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Wintersemester 2014/15

(Räume im LSF, Stand Juli 2014)

40650                

Einführung in die Theaterwissenschaft
(Einführung in die Theaterwissenschaft, 1. Semester)
Ü 4st, Do 14-18, Beginn: 16.10.14, NW III S 138

Niethammer  

Die Veranstaltung bietet eine Einführung in das Fach Theaterwissenschaft. Es werden die systematischen und analytischen Grundlagen der Disziplin vorgestellt und gemeinsam erarbeitet. Auf Basis ausgesuchter Theorietexte und Poetiken (u.a. Pfister, Brecht, Goffmann) werden die einzelnen Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft exemplarisch behandelt und miteinander in Beziehung gesetzt. Eine annotierte Literaturliste sowie ein elektronischer Reader werden zu Beginn des Semesters auf der e-learning Plattform bereitgestellt. Verbindliche Anmeldung bis 07.10. per e-mail an Nora.Niethammer@uni-bayreuth.de.

40651      

Einführung in die Theaterwissenschaft
(Einführung in die Theaterwissenschaft, Erweiterungsstudiengang Darstellendes Spiel)
Ü 2st, Do 14-16, Beginn: 09.10.14, GW1 S 121

Steiert

Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Teildisziplinen und Gegenstandsbereiche des Faches. Ausgehend von den verschiedenen Sparten des Theaters, dem Schauspieltheater, dem Musiktheater und dem Theatertanz, sollen theatergeschichtliche und theatertheoretische Forschungsansätze sowie Quellenfragen und Arbeitstechniken diskutiert werden. Darüber hinaus gilt das Interesse den interdisziplinären Beziehungen der Theaterwissenschaft etwa zur Kunst- Medien- und Gesellschaftswissenschaft.

40652                

Das Theater mit der Erziehung
(Dramaturgische Modelle, 1. Semester, Erweiterungsstudiengang Darstellendes Spiel)
V 2st, Fr 10-12, Beginn: 10.10.14, AI H 33

Linhardt

Die Komödie war, beginnend bei Aristoteles, über die Jahrhunderte hinweg Gegenstand poetologischer Auseinandersetzungen, die nicht zuletzt um zwei konstitutive Elemente der Gattung kreisten, nämlich darum, dass es in der Komödie erstens etwas zum Lachen geben und dass die Komödie zweitens in ein Happy End münden solle. In welch spezifischer Weise an unterschiedlichen Stationen der Theatergeschichte mit diesen beiden Kategorien verfahren wurde, lässt sich besonders deutlich an jenen vielen Beispielen für ein komisches Theater zeigen, in denen Fragen der Erziehung, des Lehrens und Lernens thematisiert werden.

Behandelt werden in der Vorlesung voraussichtlich: William Shakespeare, Der Widerspenstigen Zähmung; Lope de Vega, Die kluge Närrin; Molière/Jean-Baptiste Lully, Der Bürger als Edelmann; Molière, Die Schule der Frauen; Jakob Michael Reinhold Lenz, Der Hofmeister oder Vortheile der Privaterziehung; Karl Friedrich Hensler/Wenzel Müller, Taddädl der dreißigjährige ABC-Schütz; Johann Nepomuk Nestroy, Die schlimmen Buben in der Schule; George Bernard Shaw, Pygmalion.

 

40654                

Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen I
(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen I, 3. Semester, Erweiterungsstudiengang Darstellendes Spiel)
Ü 2st, Di 16-18, Beginn: 09.10.14, GW1 S 120

Steiert

In der Veranstaltung werden die Mittel des Theaters sowie Quellen und Dokumente zur Aufführungsgeschichte in ihrer Bedeutung für die Analyse der historischen und aktuellen Inszenierungspraxis untersucht. Die Analyse verschiedener Textsorten hinsichtlich ihres szenischen Potentials, die Beschäftigung mit bühnentechnischen Errungenschaften und ihrem Einfluss auf die Inszenierungspraxis sowie die Auseinandersetzung mit dem Darsteller sind einige der zentralen Arbeitsfelder.

 

40653                

Schreiben und Präsentieren
(BA Theater und Medien, 1. Semester)
Ü 4st, Fr 12-16 Uhr

Grunert.

In der Übung werden Elemente und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens – von der Recherche über die mündliche Präsentation bis hin zum schriftlichen Werkstück – vermittelt und selbstständig erprobt.

 

4065X

                  

Klassiker der Schauspielregie
(Szenische Realisation, 3. Semester, Zusatzstudiengang Darstellendes Spiel)
V 2st, Mo 14-16, GW2 H27

Ernst

In dieser Vorlesung wird die Geschichte der Schauspielregie an ausgesuchten Beispielen vorgestellt. Die Vorlesung setzt  mit den Theaterreformen um 1900 (Copeau, Craig, Meyerhold) ein und verdeutlicht, wie in dieser Zeit die künstlerische Regie Kontur gewinnt. Es werden unterschiedliche Aspekte des Berufsbildes erarbeitet und an audiovisuellen Beispielen erläutert. Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Repertoire und Stilgeschichte des Sprechtheaters im 19. Jahrhundert.

Ein begleitendes Tutorium im Anschluss dient der Sichtung und Diskussion der audiovisuellen Quellen.

 

4065X

                  

Tutorium zur Vorlesung Klassiker der Schauspielregie
(Szenische Realisation, 3. Semester, Zusatzstudiengang Darstellendes Spiel)
V 2st, Mo 16-18, GW 2 H 27

Ernst

 

40657

Intermediale Dramaturgie
(Theatertheorie, 5. Semester)
HS 2st, Mo 18-20, GW 1 S 120

Ernst

Das Hauptseminar befasst sich mit Theorie der Intermedialität für Theaterwissenschaftler. Im Mittelpunkt steht die genaue Lektüre und Diskussion von Theorietexten. Einen Lektürekanon sowie Themen und Beispiele werden wir zu Beginn des Seminars gemeinsamen festlegen und in Gruppen erarbeiten. Dabei sind Vorschläge seitens der Studierenden notwendig.

Zur Einführung ins Thema ist zu lesen: Wolf-Dieter Ernst: „Intermediale Dramaturgie“. In: Peter W. Marx: Metzler Handbuch Drama, Stuttgart, Leipzig: Metzler, 2010, 95-104.

Bitte melden Sie sich mit einer Lesekarte zum Einführungstext und mit drei Angaben von Lektürewünschen bis 1.10. an unter: w.ernst@uni-bayreuth.de

 

40658      

Expose und dramaturgische Mappe
(Theaterkunst: Theorie und Praxis 5. Semester)
Ü 2st, Mi 10-12, Audimax Rückseite, S 96

Ernst/N.N.

Im Seminar werden Konzepte und Verfahren für laufende Abschlußprojekte im BA Theater und Medien besprochen. Für Abschlußprojekte im Bereich Theater und Cross-over Projekte ist die regelmäßige Teilnahme verpflichtend.

40659      

Sound in Performance
(Sound und Musik, Master Musik und Performance, 3. Semester)
HS 2st, Mi 8-10, GW1 S 125

Ernst

Das Seminar beschäftigt sich aus kulturwissenschaftlicher Perspektive mit Phänomenen von  Performance- und Sound, wie sie in der elektronischen Musik, in der Clubkultur und in zeitgenössischer Kunst (Installation, Videokunst, Performance Art) geläufig sind. Das Seminar ist dabei der Frage gewidmet, wie man Sound als das ‚nicht-Aufschreibbare der Musik’ (Kittler) analysieren kann und welche analytische Dimension dabei die Aufführung und die leibliche Erfahrung von Sound spielt. In diesem Kontext werden im ersten Teil Positionen und Methoden der Phänomenologie und Performanceanalyse vorgestellt. Hierzu werden einschlägige Texte gemeinsam gelesen und diskutiert. Im zweiten Teil wird an selbst gewählten Beispielen eine Performanceanalyse mit Schwerpunkt Sound von den Seminarteilnehmern vorgestellt.

                  

Methoden und Diskurse der Theater- und Musikwissenschaft
(Kolloquium)
Schloss Thurnau, n. V. siehe Nr. 40713

Knaus / Ernst / Mungen

 

 

Sommersemester 2014

(Räume im LSF, Stand 30.1.)

40650                

Was kann, was soll Theater?
(Klassiker der Theaterästhetik, 2. Semester,
BA Musiktheaterwissenschaft, Darstellendes Spiel)
V 2st, Mo 10-12

Linhardt

Theaterästhetische/theatertheoretische Debatten haben sich über Jahrhunderte immer wieder nicht zuletzt der Frage gewidmet, was Theater „kann“: welche Wirkungen bringt das Spiel auf der Bühne beim Zuschauer hervor, welche Voraussetzungen muss das szenische Ereignis erfüllen, um in der einen oder anderen Weise zu wirken, welche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Gemeinschaftserlebnis zu? Das Spektrum der Wirkungsoptionen reicht dabei von der moralischen oder psychischen Veränderung des Individuums bis zur Einflussnahme auf gesellschaftliche und/oder politische Ordnungen.

In der Vorlesung wird eine Reihe einschlägiger theaterästhetischer Positionen diskutiert. Im Mittelpunkt werden voraussichtlich Gotthold Ephraim Lessing, Jakob Michael Reinhold Lenz, Friedrich Schiller, Georg Fuchs, Erwin Piscator, Antonin Artaud und Bertolt Brecht stehen. Die Texte werden zu Beginn des Semesters in Form eines Readers zur Verfügung gestellt.

40651      

Drama, Tanz und Musik im Theater des frühen 20. Jahrhunderts
(Theatergeschichte und –ästhetik, 2. Semester)
PS 2st, Do 10-12

Steiert

Die Auflösung des traditionellen Gattungsgefüges ist eines der zentralen Merkmale des Zeitraums von ca. 1890 bis 1920. Im Kontext der Reformbewegungen um 1900 sowie der ästhetischen Konstellationen von „Moderne“ und „Avantgarde“ entfaltete sich ein breites Spektrum neuartiger dramaturgischer Modelle, das vom Einakter über die Tanzpantomime bis hin zu spartenübergreifenden Werkkonzepten reicht. Das Seminar zielt darauf ab, anhand ausgewählter Werke, etwa von Anton Tschechow, August Strindberg, Hugo von Hofmannsthal, Carl Sternheim, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky und Vaclav Nijinsky, das theaterhistorische Erscheinungsbild der Epoche in seinen Grundzügen zu konkretisieren.

40652      

Die Delsarte-Schauspieltechnik in Theater und Film
(Theatergeschichte und –ästhetik, 2. Semester)
PS 2st, Blockveranstaltung, Termine: 03.-05.07. und 11.-12.07.

Spohr

François Delsarte (1811–1871) wird in Lee Strasbergs berühmtem Text „Definition of Acting“ für die Encyclopedia Britannica als der erste genannt, der die „routine acting techniques“ seiner Zeit in Frage gestellt habe. Die Lehrveranstaltung skizziert die Voraussetzungen im Schauspielerberuf zu Anfang des 19. Jahrhunderts und die Erneuerungsbestrebungen, mit denen Delsarte begonnen hat und die von Konstantin Stanislawski fortgeführt wurden. Als Technik, die den Schauspielern und Regisseuren genaue Regeln vorgibt, war Delsartes Methode lange Zeit attraktiv und noch in der frühen Filmgeschichte aktuell.

Literatur: Franck Waille (Hg.), Trois décennies de recherche européenne sur François Delsarte, Paris: Harmattan 2011. Nancy Lee Chalfa Ruyter (Hg.) Essays on François Delsarte, (= Mime Journal 2004/2005), Claremont (CA) 2005. Elena Randi (Hg.): François Delsarte: Le Leggi del teatro, Rom: Bulzoni 1993.

40653      

„Mach dich mal locker!“ Der Körper aus der Sicht von Schauspiel und Regie
(Theaterpraxis für alle Semester, BA Theater und Medien, BA Musiktheaterwissenschaft, MA Musik und Performance)
Ü 2st, Blockveranstaltung: 19.-22.06.

Dirks

Körperspannung, Stimmresonanz, Durchlässigkeit, Präsenz, Entspannung, …..was genau ist damit eigentlich gemeint? In der Theaterpraxis sind Schauspieler und Regie darauf angewiesen, dass Begriffe zum Körper und Stimmgebrauch von beiden Seiten sehr genau durchdrungen werden. Dann ist es möglich, dass der Organismus des Spielers auf feinste Impulse, Vorstellungen und Signale reagiert und die Regie dies spiegeln und verstärken kann. Lampenfieber, unbewusste Bewegungsmuster und alle Formen von Stress hingegen vermögen diese sensiblen Vorgänge zu stören und zu blockieren. Wie kommen sowohl die Spieler als auch der Betrachter zu einer feineren Wahrnehmung der Wirkung mentaler Vorgänge auf den körperlichen Ausdruck?

Der Workshop sensibilisiert u.a. mit Hilfe der Methode der Alexandertechnik für diese Prozesse. Nach einer praxisorientierten Einführung in die Prinzipien der Alexandertechnik beinhaltet dies Übungen, Improvisationen und Experimente mit szenischem Material.

Zur Vorbereitung ist folgenden Aufgabe zu bearbeiten: Die Teilnehmer suchen eine Szene oder Improvisationsvorlage ihrer Wahl, die sie für Experimente im Rahmen des Workshops für geeignet halten. Diese Szene/Improvisationsvorlage ist bis spätestens 1.6.2014 zusammen mit der definitiven Teilnahmebestätigung zu schicken an mirjamdirks@gmx.de

40654                 Euro

Theater schreiben: Anleitungen zum Verfassen einer Theaterkritik
(Programmheft / Rezension, 2. Semester)
Ü Blockveranstaltung, Termine: 30.-31.05.; 13.-14.06.;
27.-28.06.

Karl

Im Jahr 2006 verlässt der Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier wutentbrannt das Frankfurter Schauspielhaus. Der Grund: Ein Schauspieler hatte ihm während der Vorstellung seinen Block abgenommen und sich vor versammeltem Premierenpublikum über die Notizen des Kritikers lustig gemacht.

Auch wenn das Paradigma der Postdramatik die zeitgenössische Theaterästhetik nachhaltig entgrenzt hat, ist der Theaterskandal in den Feuilletons offenbar immer noch möglich und die Kritik an der Kunst lebendig. Das Seminar will dies genauer in den Blick nehmen und das Genre der Theaterkritik theoretisch wie praktisch erproben.

Wer darf was auf welche Weise kritisieren? Welche Stellung hat der Kritiker heute? Wer liest überhaupt Kritiken? Diese und ähnliche Fragen versucht das Seminar aus historischer Perspektive aufzubereiten. Am Ende des Seminars wird ein gemeinsamer Theaterbesuch in Nürnberg und das Abfassen einer eigenen Kritik stehen. Dabei werden Anleitungen gegeben, aus welchen Elementen sich eine Kritik zusammen setzt, wo die Grenzen zwischen objektiver Beschreibung und subjektivem Geschmacksurteil liegen und nicht zuletzt nach den Veränderungen der heutigen Leserschaft durch die Konkurrenz von Print- und Online-Journalismus gefragt.

Zur vorbereitenden Lektüre wird empfohlen:

Boenisch, Vasco: Krise der Kritik? Was Theaterkritiker denken - und ihre Leser erwarten, Berlin: Theater der Zeit 2008.

40655                

Die Kunst des Programmhefts – Einblicke in die Produktionsdramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit
(Programmheft / Rezension, 2. Semester)
Ü Blockveranstaltung, Termine und Räume:
11.4. 10:15-17:00 Raum S 48 (RW)
12.4. 10:15-17:00 Raum S 121
16.5. 10:15-17:00 Raum S 112 (Angew. Info)
17.5. 10:15-17:00 Raum S 121

Schwegler

 

Was ist ein Programmheft? Was kann und was soll es? Die Geschichte des Programmhefts reicht immerhin bis zu den Handzetteln des 18. Jahrhunderts zurück. Heute spiegelt sich in ihnen nicht nur das Selbstverständnis der Dramaturgie eines Hauses wider – auch finanzielle, marketingstrategische und publikumsbezogene Aspekte eines Stadttheaters lassen sich an ihnen ablesen. Die Übung entwickelt an fiktiven Beispielinszenierungen Strategien der Programmheftgestaltung und übersetzt diese in einen eigenen Herstellungsprozess. Die Übung aus Theorie und Praxis wird geleitet von Hannah Schwegler, Dramaturgin am Schauspiel Frankfurt. Anmeldung an Hannah.Schwegler@buehnen-frankfurt.de

40656

Für ein andres Theater! US-Amerikanisches Avantgarde-Theater zwischen 1950 und 1990
(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester, BA Theater und Medien)
PS 2st, Do 14-16

Niethammer

Ausgehend von einschlägigen Beispielen aus dem Bereich der US-amerikanischen Counter Culture zwischen 1950 und 1990 (u.a. Living Theatre, Performance Group, Wooster Group, John Jesurun) werden in diesem Seminar verschiedene Methoden der Analyse von Inszenierungen erarbeitet und vertieft. Anhand von audiovisuellem Material und in Verbindung mit theoretischen Zugängen wird es in diesem Proseminar darum gehen, sich ein exemplarisches Bild von alternativen Theaterformen vor dem Hintergrund politischer, sozialer wie auch ökonomischer Bewegungen zu machen, ihre Ästhetiken zu analysieren sowie zu untersuchen, welche Analysemethoden dort geeignet erscheinen, wo das Theater mit etablierten Konstanten bricht. Dabei gilt es nicht nur auszuloten, inwiefern der Werkbegriff in Frage gestellt ist, sondern auch, aus welchen Strukturen heraus diese Gegenmodelle resultieren und inwiefern das Verhältnis von Probe, Aufführung und Zuschauer dabei neu auf dem Spiel steht. Anmeldung bitte per E-Mail bis 01.04. an Nora.Niethammer@uni-bayreuth.de .

40657   

From Page to Stage
(Anrechenbar für Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester, BA Theater und Medien)
PS 2st, siehe Englische Literaturwissenschaft

Matzke

 

40658      

Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II
(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, Aufbaustudiengang Darstellendes Spiel)
PS 2st, Di 16-18

Steiert

Auf der Grundlage der Theatersemiotik von Erika Fischer-Lichte und der Transformationsanalyse von Guido Hiß sollen an Hand von ausgewählten Inszenierungen verschiedene Zugangsweisen und Beschreibungskriterien für die Inszenierungsanalyse entwickelt werden.

Eine Auswahl von Stücken wird zu Beginn des Semesters vereinbart.

40659      

Broadway
(Theater im institutionellen Kontext, 4. Semester) PS 2st,

Holtsträter

Die US-amerikanische Theaterlandschaft der 1920er Jahre ist von einer hohen Durchlässigkeit der Kunstformen, Genres und Medien geprägt, das sich in dieser Zeit neu etablierende Musical ist nur ein kleiner Teil in der reichen Fülle der Phänomene. Der Broadway erlebte in der Folgezeit eine wechselvolle Geschichte, die mit der allgemeinen Geschichte der USA, aber auch der Geschichte der Stadt New York und dem Antipoden Hollywood zusammenhängt. Bei dem Blick auf die Vielfalt der Theaterlandschaft am Broadway ergeben sich Fragen, die unmittelbar von den historisch gewachsenen Institutionen auf und am Broadway abhängig sind. Was unterscheidet beispielsweise das Broadway vom Off-Broadway und Off-Off-Broadway? Warum zählte neben dem Shakespeare-Klassiker auch die Revue zum so genannten Legitimate theatre, das Vaudeville aber nicht? Was ist ein Circuit, was ein Act, was eine Production Unit? Im Seminar werden wir an der Forschungsliteratur und an Quellen (Zeitschriften, AV-Material und Berichte der Zeitgenossen) die institutionellen Bedingungen des Broadway erarbeiten.

 

4065X      

Afrika in Solitude
(Theater im institutionellen Kontext, 4. Semester) PS 4 (!)st, genaue Zeiten n.Absprache, Blocklehre
14-21. Juli und 13. bis 20.Oktober

Anmeldung tina.hartmann@uni-bayreuth.de

Hartmann

 

Das Seminar findet statt als Kooperation des Schwerpunkts ‚Literaturwissenschaft berufsbezogen‘, BIGSAS Bayreuth und der Akademie Schloss Solitude sowie dem Staatstheater Stuttgart. 

Das Seminar begleitet Theaterschaffende aus Afrika, die als Stipendiaten der Akademie Schloss Solitude einen Abend im NORD, der experimentellen Schauspielbühne des Staatstheaters Stuttgart, vorbereiten: Marwen Abouda, Tunesien; Ntando Cele, Südafrika;

Désiré Davids, Südafrika; Papy Mbwiti, Demokratische Republik Kongo; Dorine Mokha,

Demokratische Republik Kongo und Hector Thami Manekehla, Südafrika.

Die Schwerpunkte des Seminars liegen auf dem Theater im institutionellen Kontext der beiden Institutionen mit ihren künstlerischen, organisatorischen, wirtschaftlichen und Leitungsprozessen.

Im Rahmen des Seminars werden ferner die wichtigsten dramaturgischen Textsorten bearbeitet. Dazu gehören Interviews mit den Regisseuren, Porträts der Künstler, die Vorbereitung und Gestaltung des Programmheftes und Texte für die Pressearbeit, sowie ggf. die Organisation und Moderation einer öffentlichen Veranstaltung im Vorfeld.

Die für die Teilnahme erforderlichen Kenntnisse werden in den vorbereitenden Sitzungen und während der Praxiszeit vor Ort vermittelt.

Die Akademie Schloss Solitude bei Stuttgart bietet ein weltweit einzigartiges interdisziplinäres und internationales Stipendienprogramm für Künstler und Wissenschaftler. Sie fördert Künstlerinnen und Künstler in den Disziplinen Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Design, Literatur, Musik/Klang und Video/Film/Neue Medien durch Wohn- und Arbeitsstipendien sowie junge Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft im Programm Art, science & business.

Sprachvoraussetzungen: Englisch und Französisch

 Leistungen: Aktive Teilnahme mit allen zugehörigen Textsorten. Die Abfassung einer hausarbeitsäquivalenten Leistung ist möglich nach Absprache.

 

 

 

40XXX

Examenskolloquium
(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester, BA Theater und Medien, Darstellendes Spiel)
PS 2st, Di 16-18 (oder 14-16)

Für Bacherlor-KandidatInnen in der Theaterwissenschaft (Prof. Ernst) ist die aktive Teilnahme verpflichtend.

 

Mungen/Ernst

 

Wintersemester 2013/14

40650                

Einführung in die Theaterwissenschaft
(Einführung in die Theaterwissenschaft, 1. Semester)
Ü 4st, Di 14-18 (20 TLN)

Niethammer  

Die Veranstaltung bietet eine Einführung in das Fach Theaterwissenschaft. Es werden die systematischen und analytischen Grundlagen der Disziplin vorgestellt und gemeinsam erarbeitet. Auf Basis ausgesuchter Theorietexte und Poetiken (Pfister, Brecht, Artaud, Goffmann, Schechner, Münz) werden die einzelnen Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft exemplarisch behandelt und miteinander in Beziehung gesetzt. Eine annotierte Literaturliste sowie ein elektronischer Reader werden zu Beginn des Semesters auf der e-learning Plattform bereitgestellt. Verbindliche Anmeldung bis 17.10. per e-mail an Nora.Niethammer@uni-bayreuth.de. Achtung: Beginn 5.11! Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

40651      

Einführung in die Theaterwissenschaft
(Einführung in die Theaterwissenschaft, 1. Semester)
Ü 4st, Mo 10-14 (20 TLN)

Woyke

Die Veranstaltung bietet eine Einführung in das Fach Theaterwissenschaft. Es werden die systematischen und analytischen Grundlagen der Disziplin vorgestellt und gemeinsam erarbeitet. Auf Basis ausgesuchter Theorietexte und Poetiken (Pfister, Brecht, Artaud, Goffmann, Schechner, Münz) werden die einzelnen Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft exemplarisch behandelt und miteinander in Beziehung gesetzt. Eine annotierte Literaturliste sowie ein elektronischer Reader werden zu Beginn des Semesters auf der e-learning Plattform bereitgestellt. Verbindliche Anmeldung bis zum 17.10. per E-Mail an saskia.woyke@uni-bayreuth.de. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

 

 

EINFÜHRUNG DARSTELLENDES SPIEL                                                                          N.N.

 

40652                

Das Chorprinzip im Theater der Antike, der Aufklärung und der Moderne
(Dramaturgische Modelle, 1. Semester)
V 2st, Mo 14-16, H 27

Ernst

Diese einführende Vorlesung zielt darauf ab, den Chor als ein zentrales dramaturgisches Modell in seiner Funktion und Geschichte vorzustellen. Im antiken Theater verstand man unter einem Chor traditionell jene Gruppe der Darbietenden, die in Gesängen und Tänzen den gleichnamigen Platz im antiken Theater füllten. Mit der Herauslösung des Protagonisten aus dem Chor wird diese Gruppe aufgespalten und seit dem lassen sich zumindest drei Aspekte des Chorischen im Theater ausmachen: Der Chor hat 1.) eine eigene Ästhetik, die sich besonders in Qualitäten der Bewegung und des Musischen äußert. Sie entfaltet sich im Tanz und im Musiktheater und wirkt von dort auf das Theater des Dramas zurück. Das Chorprinzip verweist 2.) auf eine besondere Repräsentationsleistung, indem der Chor - hörbar und sichtbar - Gemeinschaft zur Aufführung bringen kann. Damit verknüpft stellt der Chor 3.) eine besondere Form der Figuration dar, welche die im westlichen Theater dominante individualisierte Bühnenfigur und damit das Modell der Subjektkonstitution kritisch begleitet. Die Debatten um die Möglichkeiten des antiken Chors werden um 18. Jahrhundert und in der Moderne jeweils in ganz verschiedener Weise aufgenommen. Diese Bezüge gilt es heraus zu stellen - auch in Hinblick auf eine deutliche ‚Renaissance’ des Chorprinzips (Chorkörper) im zeitgenössischen Theater. Siehe auch: Tutorium zur Vorlesung

40653                

Tutorium zur Vorlesung
(Dramaturgische Modelle, 1. Semester)
Ü 2st, ??? (30TlN)

Ernst

Im Tutorium werden einzelne Aspekte des Vorlesungsstoffes wiederholt und in Diskussionen vertieft. Die Teilnahme am Tutorium dient auch der Vorbereitung auf die Klausur.

40654                

Schreiben und Präsentieren
(Schreiben und Präsentieren, 1. Semester)
Ü 4st,

Heidemann

 

40655                

Drama und Inszenierung zwischen offener und geschlossener Form: Heiner Müllers Theaterkonzeption
(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen I, 3. Semester, Zusatzstudiengang Darstellendes Spiel)
Ü 2st, Mo 18-20, S 121 (30TLN)

Ernst

Heiner Müller (1929-1995) gehört zweifelsohne zu den einflussreichsten deutschsprachigen Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Sein Werk wurde und wird von zahlreichen namhaften Theatermachern wie etwa Robert Wilson, Heiner Goebbels oder Johan Simons inszeniert, teilweise auch adaptiert als Vorlage für Hörstücke, Tanzabende und für das Objekttheater. Man kann mit einigem Recht Müllers Oevre und seine Wirkung bis weit in die Szene des postdramatischen Theaters verfolgen.

Als Vorbereitung muss gelesen werden: Heiner Müller: Krieg ohne Schlacht. Leben in zwei Diktaturen. Köln: Kiepenheuer und Witsch 1992. Eine Lesekarte, welche den Inhalt von Müllers Autobiografie enthält(min. 3000 Zeichen), ist Bedingung für die Teilnahme am Seminar und muss bis zum 15.10. geschickt werden an w.ernst@uni-bayreuth.de. Ohne die Vorarbeit ist eine Teilnahme am Seminar nicht möglich und sinnvoll.

40656

Körper und Szene
(Szenische Realisation, 3. Semester, offen für alle Hörer)
Ringvorlesung
V 2st, Mi 18-20, H 27

Ernst / Mungen

Körper ist ein vielgestaltiger Gegenstand der Musik- und Theaterwissenschaft: Er ist Sitz der Wahrnehmung, der Ort einer ursprünglichen Aisthesis, die jeder Ästhetik als Spüren und Erahnen der Dinge und Formen voran geht. Zudem ist der Körper fundamentales Element aller szenischen Künste und – wenn man es recht bedenkt – auch jener Künste, die sich anderer Materialien und Zeitregime bedienen.

Bislang vollzieht sich die Reflexion der Künste in deutlicher Ausrichtung auf Texte und Monumente, denen eine Bedeutung abgelesen wird. Die Dimensionen von Szene und Körper bleibt häufig unbeachtet. Daher rückt diese Vorlesungsreihe den Körper auf der Szene in den Mittelpunkt der Betrachtung. Unter ‚Szene’ sei dabei sowohl die konkrete Bühnenanordnung als auch in der übertragenen Bedeutung der spektakulär in Szene gesetzte Körper verstanden. Beispiele finden sich in der Medizin- und Strafgerichtsgeschichte, im Sport, in der Politik oder in den Verbreitungsmedien. Die Vorlesung stellt eine Auswahl zeitgenössischer Ansätze der Körperreflexion vor, die über die Tanz-, Musik- und Theaterwissenschaft, die Soziologie, die Geschichtswissenschaft mit Blick auf Medizin und Sport, die Religionswissenschaft bis hin zur Ethnologie reicht.

40657

Ästhetik des Theaters – Theater als „Modell“
(Theatertheorie, 5. Semester)
HS 2st, Mo 14-16, S 120 (40TLN)

Linhardt

Im Verlauf der Theatergeschichte – von der Antike bis zur Gegenwart – wurden sämtliche Parameter des Theaters (Raum, Person/Figur/Rolle, Zuschauer, Bild etc.) zum Gegenstand von Theoriebildungen und ästhetischen Konzepten. Insbesondere im 20. und 21. Jahrhundert lässt sich zudem beobachten, wie Theater seinerseits zum Paradigma und zur Beschreibungs- und Analysekategorie für andere Disziplinen wurde und wird, etwa für die Anthropologie und die Soziologie. Das Seminar möchte einen historisch und thematisch möglichst breiten Einblick in entsprechende Positionen geben.

Eine detaillierte Themenliste sowie Hinweise auf Quellen und Forschungsliteratur werden zu Beginn des Wintersemesters zur Verfügung gestellt.

40658      

Theaterkunst: Theorie und Praxis. Exposé und dramaturgische Mappe
(Theaterkunst: Theorie und Praxis 5. Semester)
Ü 2st, Mi 10-12, (10TLN)

Ernst / Steiert

In der Übung werden Konzepte und Arbeitstechniken für laufende Abschlussprojekte im BA Theater und Medien besprochen.

 

Sommersemester 2013

40650                

Affekt – Gefühl – Reiz und Ironie: Einführung in die Wissensgeschichte des Schauspielers.
(Klassiker der Theaterästhetik, 2. Semester,
BA Musiktheaterwissenschaft, Darstellendes Spiel)
V 2st, Mi 12-14

Ernst

Wie kann der Schauspieler einen zornigen Menschen wirkungsvoll darstellen? Ist es effektiver, kühl zu agieren und etwa eine geballte Faust zu zeigen oder muss man sich als Schauspieler auch zornig fühlen? Wie aber kann man ein Gefühl wie Zorn in jeder Vorstellung erneut herstellen? Und was geschieht, wenn der Zorn sich zur Affekthandlung steigert?

Mit derartigen Fragen nach dem Verhältnis von innerem Erleben, der plastischen Darstellung und ihrer Wiederholbarkeit haben sich verschiedene Theatertheoretiker allen voran Denis Diderot, Gotthold Ephraim Lessing, Konstantin Stanislawski, Bertolt Brecht und Antonin Artaud auseinandergesetzt. Ihre Schriften sollen in dieser Vorlesung eingehender gelesen und in Hinblick auf die ihnen zu Grunde liegenden Körper – und Wissensbegriffe vorgestellt werden.

40651      

Körper in Bewegung. Schauspiel-, Tanz- und Körpertechniken
(Theatergeschichte und –ästhetik, 2. Semester)
PS 2st, 14tägig, Do 12-16

Niethammer

Vor dem Hintergrund des Aspekts der „Verkörperung“ geht das Proseminar der Geschichte verschiedener Körpertechniken ab dem späten 19. Jahrhundert nach. Der Fokus liegt dabei ebenso auf dem Bereich Schauspiel wie auch auf dem Bereich Tanz. Anhand von ausgesuchtem Quellenmaterial werden einschlägige Techniken, Schulen und Bewegungssysteme von Stanislawski, Dalcroze, Laban, über Isadora Duncan und Mary Wigman bis hin zu Brecht und Grotowski untersucht und in Beziehung zueinander gesetzt.

Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen: Eintrag „Verkörperung“ in: Erika Fischer-Lichte et al. (Hg.): Metzler Lexikon Theatertheorie. Stuttgart, Weimar: Metzler, 2005.

Anmeldung bitte per E-Mail bis spätestens 10.4. an Nora.Niethammer@uni-bayreuth.de

40652      

Musiktheater in Ostasien
(Theatergeschichte und –ästhetik, 2. Semester)
PS 2st, Blockveranstaltung, 21-22.06. und 05.-06.07.
Fr 16-20 und Sa.10-18

Kim

Das Seminar behandelt das Musiktheater in Ostasien, dessen Historie und Gegenwart. Im Vordergrund stehen dabei Analysen von Aufführungspraxis, Interpretationskonzepten und einzelnen Bühnenwerken. Soziokulturelle Kontexte, ästhetische, philosophische, religiöse und psychologische Voraussetzungen und Implikationen werden ebenso berücksichtigt wie das differenzierte Verhältnis von Musik, Text und Szene. Als zentrales Betrachtungsfeld bieten sich die chinesische Peking-Oper, das japanische Nô und Kabuki-Theater sowie der koreanische P’ansori an. Ergänzt wird dieses Betrachtungssfeld durch einen Blick auf das ostasiatische Musiktheater des 20. und 21. Jahrhunderts, dessen Konzepte weitgehend durch europäische bzw. nordamerikanische Einflüsse geprägt sind. Abschließend lässt sich der lange Zeit dominierende Begriff ‚Musiktheater’ problematisieren und debattieren.

Einführende Literatur: Heinz Kindermann (Hg.), Einführung in das ostasiatische Theater, Wien: Böhlau, 2. Aufl. 1985. Die chinesische Oper. Geschichte und Gattungen. Ein Handbuch in Text und Bild, hrsg. von der Chinesischen Akademie der Künste, übers. aus dem Engl. von Astrid Bernicke, Mainz: Schott, 2008. John Wesley Harris, The traditional theatre of Japan, Lewiston NY u. a.: Mellen, 2006. Wha-Byong Lee, Studien zur Pansori-Musik in Korea, Frankfurt am Main u. a.: Peter Lang, 1991

40653      

Die Delsarte-Schauspieltechnik in Theater und Film
(Theatergeschichte und –ästhetik, 2. Semester)
PS 2st, Blockveranstaltung, 29.-30.06., 06.-07.07.

Spohr

François Delsarte (1811–1871) wird in Lee Strasbergs berühmtem Text „Definition of Acting“ für die Encyclopedia Britannica als der erste genannt, der die „routine acting techniques“ seiner Zeit in Frage gestellt habe. Die Lehrveranstaltung skizziert die Voraussetzungen im Schauspielerberuf zu Anfang des 19. Jahrhunderts und die Erneuerungsbestrebungen, mit denen Delsarte begonnen hat und die von Konstantin Stanislawski fortgeführt wurden. Als Technik, die den Schauspielern und Regisseuren genaue Regeln vorgibt, war Delsartes Methode lange Zeit attraktiv und noch in der frühen Filmgeschichte aktuell.

Literatur: Franck Waille (Hg.), Trois décennies de recherche européenne sur François Delsarte, Paris: Harmattan 2011. Nancy Lee Chalfa Ruyter (Hg.) Essays on François Delsarte, (= Mime Journal 2004/2005), Claremont (CA) 2005. Elena Randi (Hg.): François Delsarte: Le Leggi del teatro, Rom: Bulzoni 1993.

40654                

Praxis Programmheft: Grafik – Produktion - Dramaturgie
(Programmheft / Rezension, 2. Semester)
Ü Blockveranstaltung, 17.-18.05., 31.05.-01.06.

Bisjak

In Zusammenarbeit mit den Kurs 40657 „Sichtung zeitgenössischer Inszenierungen“(Ernst) wird das Thema Programmheftgestaltung praxisnah diskutiert, entwickelt und umgesetzt. Ziel ist die Erstellung eines eigenen Programmheft-Prototypen als grafisches Transportmittel der Thematik/Grundstimmung eines bestimmten Stückes. (Es ist auch eine papierfreie Lösung denkbar.)

Dabei werden grundlegende Fachbegriffe und praxisorientierte Informationen vermittelt, wie z.B. Einführung in das Layoutprogramm „Adobe InDesign“ / Einblick in das Programm „Photoshop“ / einfache Buchbindetechniken / Organisation von Bild und Text / Schriftwahl / Farbsysteme / Bildkanäle / Papier / Bedeutung von Logos / Corporate Identity (CI) / Speicherformate / Druckverfahren / Druckverarbeitung.

Ein Kurs zur Verbesserung der Kommunikation mit Grafikern und Druckereien (Programmhefte, Plakate, Presse-, Öffentlichkeitsarbeit, etc.) zur Schulung des eigenen grafischen Empfindens und der dramaturgischen Fähigkeiten.

Anmeldung bis 15.04. an kursUniBTSS13@bisjak.de. Begrenzte Teilnehmerzahl (Computerarbeitsplätze).

40655                

Theater schreiben: Anleitungen zum Verfassen einer Theaterkritik
(Programmheft / Rezension, 2. Semester)
Ü Blockveranstaltung, 17.-18.05., 24.-25.05., 07.-08.06.,
Theaterbesuch Nürnberg 23. 05.

Karl

Im Jahr 2006 verlässt der Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier wutentbrannt das Frankfurter Schauspielhaus. Der Grund: Ein Schauspieler hatte ihm während der Vorstellung seinen Block abgenommen und sich vor versammeltem Premierenpublikum über die Notizen des Kritikers lustig gemacht.

Auch wenn das Paradigma der Postdramatik die zeitgenössische Theaterästhetik nachhaltig entgrenzt hat, ist der Theaterskandal in den Feuilletons offenbar immer noch möglich und die Kritik an der Kunst lebendig. Das Seminar will dies genauer in den Blick nehmen und das Genre der Theaterkritk theoretisch wie praktisch erproben.

Wer darf was auf welche Weise kritisieren? Welche Stellung hat der Kritiker heute? Wer liest überhaupt Kritiken? Diese und ähnliche Fragen versucht das Seminar aus historischer Perspektive aufzubereiten. Am Ende des Seminars wird ein gemeinsamer Theaterbesuch von „Hedda Gabler“ in Nürnberg und das Abfassen einer eigenen Kritik stehen. Dabei werden Anleitungen gegeben, aus welchen Elementen sich eine Kritik zusammensetzt, wo die Grenzen zwischen objektiver Beschreibung und subjektivem Geschmacksurteil liegen und nicht zuletzt nach den Veränderungen der heutigen Leserschaft durch die Konkurrenz von Print- und Online-Journalismus gefragt.

Zur vorbereitenden Lektüre wird empfohlen: Ibsen, Henrik: Hedda Gabler, Stuttgart: Reclam 1986. Boenisch, Vasco: Krise der Kritik? Was Theaterkritiker denken - und ihre Leser erwarten, Berlin: Theater der Zeit 2008.

Bitte definitiv anmelden bis 15.04. (wg. Planung Theaterbesuch) an reginakarl@yahoo.de

40656

Der affektive Schauspieler
(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester, Darstellendes Spiel)
PS 2st, Di 16-18

Ernst

Das Seminar führt ein in die Analyse des zeitgenössischen Schauspielertheaters. In  Arbeiten von René Pollesch, Rimini Protokoll, Gob Squad, She She Pop, Jan Lauwers/Needcompany, Roberto Castelluci/Societas Raffaelo Sanzio u.a. ist der Theatertext nur mehr eine Ebene der Inszenierung, die gleichberechtigt neben einer musikalischen und audiovisuellen Textur steht. Wenn der Dramentext den Inszenierungstext nur noch marginal bestimmt, so ist zu fragen, wie man diese Inszenierungen analysiert. Ins Zentrum der Analyse wird daher die Spielweise des Schauspielers gerückt. An ausgesuchten Beispielen werden verschiedene Analyse- und Recherchemethoden besprochen und in eigenen Texten erarbeitet. Das Lehrmaterial wird auf der e-learning Plattform bereitgestellt. Ein verpflichtendes Sichtungstutorium 40??? ist diesem Seminar zugeordnet.

Zur Vorbereitung ist zu lesen: Wolf-Dieter Ernst: Der affektive Schauspieler. Berlin: Theater der Zeit 2012, 9-22. Ab sofort im e-learning Passwort-frei zu erhalten!

Anmeldung bitte per e-mail mit kurzer Beschreibung der Vorkenntnisse und Lektüreeindrücke bis 15.4. an w.ernst@uni-bayreuth.de

40657      

Sichtung zeitgenössischer Inszenierungen
(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester, Darstellendes Spiel)
Ü 2st, Mo 19-21

Ernst

Diese Lehrveranstaltung ist dem PS „Der affektive Schauspieler“ verpflichtend zugeordnet.

40658      

Wechselspiele: Theater zwischen Kunst und Reglement
(Theater im institutionellen Kontext, 4. Semester)
PS 2st, Mo 14-16

Linhardt

Seit jeher befindet sich das ästhetische Ereignis Theater in mehr oder weniger ausgeprägten Abhängigkeiten von institutionellen Rahmenbedingungen, die ordnungspolitischer, wirtschaftlich-finanzieller oder ideologischer Art sein können. Wer wo und wann die Möglichkeit hat(te), Theater zu machen und Theater zu rezipieren, unterlag – und unterliegt auch gegenwärtig – nicht zuletzt außerkünstlerischen Faktoren, die damit erheblichen Einfluss auf das konkrete Erscheinungsbild der künstlerischen Produktion nehmen können. Das Wechselspiel von Theaterkunst und deren institutionellem Kontext berührt nicht zuletzt die Funktion von Theater in bestimmten sozialen und politischen Konstellationen.

Wir wollen uns im Seminar mit den institutionellen Bedingungen des Theatermachens vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart beschäftigen. Eine Themenliste und Hinweise auf Forschungsliteratur werden zu Beginn des Semesters zur Verfügung gestellt.

40659                

Kollektive in der Darstellenden Kunst im 20. und 21. Jahrhundert
(Theater im institutionellen Kontext, 4. Semester,
Darstellendes Spiel)
PS 2st, Mo 14-16

Niethammer

Kollektive Arbeits- und Organisationsformen in Theater und Performancekunst erleben seit den 90er Jahren einen regelrechten Boom auf den europäischen Bühnen. Kaum ein Festival für zeitgenössische Theaterformen kommt heute noch aus, ohne Vertreter von Kollektivkonzepten auf den Plan zu rufen - zu denken ist hierbei etwa an Performancegruppen wie Gob Squad, Forced Entertainment oder Rimini Protokoll.

Das Seminar macht es sich zur Aufgabe, kollektive Ansätze in den bzw. kollektive und kollektivierende Ansprüche an die szenischen Künste in ihren je verschiedenen Ausprägungen und Wandlungen zu untersuchen. Die Spanne der Beschäftigung reicht dabei von Agitprop über Fluxus bis hin zu René Pollesch und Heiner Goebbels. Zudem sollen ausgewählte Theater- und Performancekollektive in den Blick genommen und deren gewissermaßen zentrumslose künstlerische Arbeit im Probenraum und auf der Bühne untersucht werden - vom Mitbestimmungstheater der 70er Jahre in Frankfurt und Berlin bis hin zu She She Pop. Präsent ist dabei stets die Frage nach der (sich wandelnden) Rolle des Zuschauers.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stehen dabei Selbstaussagen und -inszenierungen der jeweiligen Gruppen und Bewegungen, sowie auch Probenberichte, Protokolle, Manifeste und entsprechendes (Bewegt-)Bildmaterial.

Bitte melden Sie sich unter Angabe Ihres Fachsemesters bis 13. April unter Nora.Niethammer@uni-bayreuth.de an. Angaben zum besonderen Interesse am Seminar sind erwünscht.

 

Wintersemester 2012/13

40650
Ernst
Einführung in die Theaterwissenschaft

(Einführung in die Theaterwissenschaft, 1. Semester, Zusatzstudiengang Darstellendes Spiel)
Ü 4st, Di 14-18

Die Veranstaltung bietet eine Einführung in das Fach Theaterwissenschaft. Es werden die systematischen und analytischen Grundlagen der Disziplin vorgestellt und gemeinsam erarbeitet. Auf Basis ausgesuchter Theorietexte und Poetiken (Pfister, Brecht, Artaud, Goffmann, Schechner, Münz) werden die einzelnen Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft exemplarisch behandelt und miteinander in Beziehung gesetzt. Eine annotierte Literaturliste sowie ein elektronischer Reader werden zu Beginn des Semesters auf der e-learning Plattform bereitgestellt.


40651
Steiert
Einführung in die Theaterwissenschaft
(Einführung in die Theaterwissenschaft, 1. Semester, Zusatzstudiengang Darstellendes Spiel)
V 2st, Mo 10-14

Die Veranstaltung gibt einen Überblick über die Teildisziplinen und Gegenstandsbereiche des Faches. Ausgehend von den verschiedenen Sparten des Theaters, dem Schauspieltheater, dem Musiktheater und dem Theatertanz, sollen theatergeschichtliche und theatertheoretische Forschungsansätze sowie Quellenfragen und Arbeitstechniken diskutiert werden. Darüber hinaus gilt das Interesse den interdisziplinären Beziehungen der Theaterwissenschaft etwa zur Kunst-, Medien- und Gesellschaftswissenschaft. Literatur: siehe Semesterapparat


40652
Linhardt
"Ihro Gnad seh in mik le Chevalier Riccaut de la Marlinière, Seigneur de Pret-au-val, de la branche de Prensd'or" - Modelle des komischen Theaters vom 16. bis zum 20. Jahrhundert

(Dramaturgische Modelle, 1. Semester)
V 2st, Fr 10-12

„Ihro Gnad seh in mik...“ – diese Replik stammt aus einem der erfolgreichsten Lustspiele des deutschen Sprachraums, aus Gotthold Ephraim Lessings Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück (uraufgeführt in Hamburg 1767), und Riccaut de la Marlinière, zu dessen Rolle sie gehört, ist das Paradebeispiel einer „komischen Charge“. Die Art und Weise, in der Lessing seine empfindsame Komödie gebaut hat, und die Modellierung der Rollen sind untrennbar verbunden mit zeitgenössischen szenischen Konventionen, wie etwa den Gegebenheiten des theatralen Raumes oder spezifischen Mustern der Körperpräsentation. Wir wollen uns in der Vorlesung wichtigen Stationen der europäischen Theatergeschichte annähern, indem wir ausgewählte Beispiele des komischen Genres in diesem Sinn als Schnittstelle zwischen einer gegebenen historischen Theaterpraxis einerseits und Optionen für spätere szenische Realisierungen andererseits untersuchen. Behandelt werden voraussichtlich u.a.: William Shakespeare, Der Widerspenstigen Zähmung, Lope de Vega, Die kluge Närrin, Molière/Jean-Baptiste Lully, Der Bürger als Edelmann, Gotthold Ephraim Lessing, Minna von Barnhelm, Heinrich von Kleist, Der zerbrochne Krug, Johann Nepomuk Nestroy, Das Mädl aus der Vorstadt, George Bernard Shaw, Pygmalion, Hugo von Hofmannsthal, Der Schwierige.


40653
Niethammer
Schreiben und Präsentieren

(BA Theater und Medien, 1. Semester)
Ü 4st, Mo 10-14

In der Übung werden Elemente und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens – von der Recherche über die mündliche Präsentation bis hin zum schriftlichen Werkstück – vermittelt und selbstständig erprobt


40653
Niethammer
Schreiben und Präsentieren

(BA Theater und Medien, 1. Semester)
Ü 4st, Mo 16-20

In der Übung werden Elemente und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens – von der Recherche über die mündliche Präsentation bis hin zum schriftlichen Werkstück – vermittelt und selbstständig erprobt


40655
Ernst
Drei Mal drei Schwestern

(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen I, 3. Semester, Zusatzstudiengang Darstellendes Spiel)
Ü 2st, Do 10-12

In dieser Übung werden Grundkenntnisse und Fertigkeiten der Aufführungsanalyse vorgestellt und an konkreten Inszenierungen eingeübt. Dazu werden in drei Arbeitsgruppen jeweils verschiedene Inszenierungen des Dramas „Drei Schwestern“ von Anton Čechov untersucht. Wie wird in diesen Inszenierungen Bedeutung hergestellt? Welcher dramaturgische Zugriff auf das Drama liegt vor? Welche Wirkung entfalten die Inszenierungen jeweils beim Zuschauer. Bis zum Beginn der Übung sollte angeschafft und gelesen werden: Anton Čechov: Drei Schwestern. Reclam Universal-Bibliothek, Bd. 4264.


40656
Steiert
Szenische Realisation
(Szenische Realisation, 3. Semester)
V 2st, Fr 10-12

In der Vorlesung werden ausgewählte Stationen der Inszenierungs- und Aufführungspraxis des europäischen Theaters behandelt. Schwerpunkte bilden die Shakespeare-Bühne und ihre „Rekonstruktionen“ im 19. und 20. Jahrhundert (u.a. Ludwig Tieck, Münchener Shakespearebühne) sowie die Ausprägungen der Antiken-Rezeption etwa in der französischen und der deutschen Klassik und im Neoklassizismus der 1920er Jahre. Im Zentrum stehen dabei Raumkonzepte und Darstellungsstile. Literatur: siehe Semesterapparat


40657
Ernst
Performance, Technologie und Risiko

(Theatertheorie, 5. Semester)
HS 2st, Mi 12-14

Das Hauptseminar wird begleitend zur Ringvorlesung „Risk/Risiko“ als Einführung in Performance Theorien angeboten; der Besuch beider Veranstaltungen ist obligatorisch. Im Seminar wollen wir der ästhetischen, sozialen und technischen Dimension des Begriffs ‚Performance’ nachgehen, der wie kaum ein anderer die kulturwissenschaftliche Analyse szenischer Vorgänge im weiteren Sinne bereichert hat. An ausgesuchten Beispielen der Künste, der Medienlandschaft, der Arbeit- und Lebenswelt wollen wir die kulturwissenschaftliche Dimension ausloten, wie sie den Kern der Performance Studies bildet und dabei besonders einen Schwerpunkt auf die Betrachtung von Technik/Technologie als Kultur und Szene legen. Zur Einführung ist zu lesen: Marvin Carlson: Performance. A Critical Introduction. London, New York: Routledge, 1996, 1-75. Bitte melden Sie sich mit kurzem Motivationsschreiben bis 15.10. an unter: w.ernst@uni-bayreuth.de


Holtsträter
Fluxus – Kunst und Leben

(Theatertheorie, 5. Semester)
S 2st, Di 10-12, siehe Nr. 40709

  


40658
Ernst / Steiert / Christen
Expose und dramaturgische Mappe

(Theaterkunst: Theorie und Praxis 5. Semester)
Ü 2st, Do 8-10

Im Seminar werden Konzepte und Arbeitstechniken für laufende Abschlussprojekte im BA Theater und Medien besprochen.

40659
Szymanski
Theater im institutionellen Kontext,

(Nachholtermin, 2. Semester)
PS 2st, Freitag 26.10.10-18 Uhr
            Freitag 23.11. 10-18 Uhr
            Samstag 24.11. 10-18 Uhr

Herr / Ernst / Mungen
Methoden und Diskurse der Theater- und Musikwissenschaft
(Kolloquium)
Schloss Thurnau, n. V. siehe Nr. 40713

 

Herr / Ernst / Mungen
Methoden und Diskurse der Theater- und Musikwissenschaft

(Kolloquium, 6. Semester BA, MA)
Koll 3st, Mi 18.30-21.00 und n. V., siehe Nr. 40714

 

Zusätzliche Lehrveranstaltung Stand 16. Oktober!!!
Theaterlandschaft in Deutschland
Tina Hartmann
Di 18-20 Uhr, NW II S 75, Beginn 23.10.2012
ANRECHENBAR FÜR "THEATER IM INSTITUTIONELLEN KONTEXT"

Die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Theater im deutschsprachigen Sprachraum ist einzigartig auf der Welt: Nirgends gibt es so viele staatlich, kommunal und lokal unterhaltende Theater wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Ort für Denker, Macher, Individualisten, Charismatiker und Teamplayer hat die deutsche Theaterwelt wie ein eigener Kosmos seit dem späten 18. Jahrhundert eine auf den ersten Blick verwirrende Vielfalt an künstlerischen und organisatorischen Strukturen hervorgebracht. Dazu gehören Berufe wie der Dramaturg (den es bis auf Frankreich sonst nirgendwo gibt) und der Requisiteur, sowie Berufe, die außerhalb der Theater fast ausgestorben sind (Waffenmeister, Schuster und Herrenschneider). Das Seminar möcht die Vielfalt der Professionen mit Blick auf mögliche Berufsfelder für Literatur- und TheaterwissenschaftlerInnen erschließen und ausführlich in die verschiedenen künstlerischen Bereiche der Staats-, Landes-, und Stadttheater zwischen ABCD-Häusern und den Sparten zwischen Oper, Schauspiel und Kindertheater einführen. Zum Seminar gehören drei bis vier kleine Exkursionen zu den Theatern in Nürnberg, Coburg und Hof (Bayreuth) mit Gesprächen vor Ort.
Leistung: Referat, Hausarbeit

Anrechenbar im Vorgriff auf das Sommersemster 2013!

 

Das deutsche Nationaltheater vom 18. - 21. Jahrhundert
Tina Hartmann

Anrechenbar für Theatertheorie, 5. Semester

Gegen alle Spardebatten und zyklisch auftretende Wellen von Theatersterben und - fusionen vor allem im Osten Deutschlands behauptet sich hierzulande bis heute ein weltweit einzigartiger Reichtum öffentlich getragener Theater. Wer ihn von wissenschaftlicher und kulturpolitischer Seite oder als Theaterschaffender auch künftig bewahren möchte, sollte sich mit der Geistesgeschichte des deutschen Theaterwesens vertraut machen.
Mag der Begriff 'Nationaltheater' heute zumindest gemischte Gefühle wecken, steht er im 18. Jahrhundert für eine revolutionäre Idee: Im zersplitterten und überdies konfessionell gespaltenen deutschen Sprachraum musste für Künstler und Intellektuelle die Vorstellung eines Nationalstaates mit einheitlichen Gesetzen, einem geistigen Zentrum und einer kontinuierlichen Kunstförderung (wie in Frankreich) ein ferner Traum bleiben. An dessen Stelle sollte daher Theater eine geistige Nation schaffen.
Gottsched und Lessing, später Goethe, Karl Philipp Moritz und natürlich Schiller wollten von der Bühne herab bilden, bewegen, und im Dialog zwischen Schauspieler und Zuschauer die seelisch-geistige Erziehung des Menschen vorantreiben. Das 19. Jahrhundert machte das Theater zum Zentrum bürgerlichen Lebens. Im frühen 20. Jahrhundert bedienten sich Brecht und andere kaum zufällig des Theaters bei ihrem Ziel, den Menschen aus seinen bürgerlichen Fesseln zu lösen, während der Nationalsozialismus sogar Klassiker wie Wilhelm Tell und Nathan der Weise verbieten ließ. Nach 1945 setzte daher nicht zufällig auch eine Revolution der Bühne ein, die im sog. Regietheater mündete und sich bei allem internationalem Erfolg letzlich noch immer anden im 18. Jahrhundert gesetzten Ansprüchen abarbeitet. Hat sich im heutigen (National-) Staat mit seinen interkulturellen Einbindungen die Idee des Nationaltheaters überholt? Oder ist das Konzept einer dialogisch und performativ entwickelten, vielstimmigen und im Fluss befindlichen geistigen Nation noch immer ein Konzept, an dem sich zu arbeiten lohnt?

Leistung: Referat, Hausarbeit

 

40871
"Mach dich mal locker!" Der Körper aus der Sicht von Schauspiel und Regie

Dozentin: Mirjam Dirks

Körperspannung, Stimmresonanz, Durchlässigkeit, Präsenz, Entspannung, ... was genau ist damit eigentlich gemeint?
In der Theaterpraxis sind Schauspieler und Regie darauf angewiesen, dass Begriffe zum Körper und Stimmgebrauch von beiden Seiten genau durchdrungen werden. Dann ist es möglich, dass der Organismus des Spielers auf feinste Impulse, Vorstellungen und Signale reagiert und die Regie dies spiegeln und verstärken kann. Lampenfieber, unbewußte Bewegungsmuster und alle Formen von Stress hingegen vermögen diese sensiblen Vorgänge zu stören und blockieren.

Wie kommt sowohl der Spieler als auch der Betrachter zu einer feinen Wahrnehmung für diese Prozesse? Nach einer praxisorientierten Einführung in die Prinzipien der Alexandertechnik beinhaltet dieser Workshop Übungen, Improvisationen und Experimente mit szenischem Material.

8.-12.Februar 2013, Theaterraum (Probenzeiten nach Absprache)
Anmeldung in Liste GW1, Raum 2.18

 


40870
Wenig
Zungenreden. Sprache, Sprechen und Regie
Ü, Termin: 08.10 - 14.10.2012, Theaterraum
Aufführung Ende Oktober/Anfang November

In dieser Übung machen wir uns auf die Suche nach Sprachen, die noch nicht theatral genutzt und abgenutzt sind. Die These ist, dass interessante Sprachen existieren, die an den Rändern von Standardsprache, Bühnensprache, etablierten Dramatikersprachen liegen. Diese Sprachen an den Rändern sind zumeist gesprochene Sprachen. Wofür werden diese nicht standardisierten Sprachen gebraucht? Nur für Kleinkunst, Alltagsachen, die Liebe? Oder auch für Theater/Performance? Was passiert, wenn diese Sprachen auf Theater/Performance treffen? Das Seminar gibt die Möglichkeit, sich praktisch mit diesen Fragen auseinander zusetzten. Am Ende des Seminars ist eine Aufführung geplant Max. Teilnehmerzahl 12, Anmeldung bis 15. September in GW1, reginawenig1@web.de

 

 

Sommersemester 2012



40650
Betzwieser / Ernst / Mungen
RVL Sound und Performance

(Klassiker der Theaterästhetik, 2. Semester, BA Musiktheaterwissenschaft, Darstellendes Spiel)
V 2st, Mi 12-14, H 27

Die Vorlesung ist als Einführung und erste Annäherung für die Studierenden zur großen Konferenz der Gesellschaft für Theaterwissenschaft vom 4.-7. Oktober 2012 in Bayreuth gedacht, die dann zum gleichen Thema wie die Vorlesung stattfinden wird. Hier werden Themen wie Resonanz, Rhythmus, Stimme, Klangräume und Bewegung auf eine akustische Dimension hin untersucht. Die Vorlesung entwirft auf Grundlage einer theoretischen Fundierung zu Performance und Performativität anhand von Beispielen einen historischen Überblick zu Klang, Geräusch und Sound vom 19.-21. Jahrhundert. Ausgehend von einer Archäologie des Geräuschs werden Schwerpunkte auf die Zeit der historischen Avantgarde sowie auf die Nachkriegszeit mit ihren Klanginstallationen und multimedialen Konzeptionen (Film, Videoclip) gelegt. Zudem werden in Gastreferaten der Studierenden des Promotionsstudiengangs Musik und Performance u.a. Themen wie Game und Sound, die Absenz von Klang im Marketing von Musik sowie das Thema Urbanität und Klang behandelt.



40651
Steiert
Absurd, grotesk und komisch. Theaterformen jenseits des "Regelhaften"
(Theatergeschichte und –ästhetik, 2. Semester)
PS 2st, Mo 14-16, Beginn: 16.04.

Im Seminar sollen einige der zentralen Stücke des absurden Theaters vorgestellt und analysiert werden. Dabei richtet sich das Interesse zum einen auf den Kontext der zeitgenössischen Theatersituation des mittleren 20. Jahrhunderts, zum anderen geht es darum, die Elemente und Mittel des absurden Theaters in der Tradition eines "antiliterarischen" Theaters aufzusuchen und für die Untersuchung der neuartigen szenischen Konzepte fruchtbar zu machen.



40652
Spohr
Die Delsarte-Schauspieltechnik in Theater und Film

(Theatergeschichte und –ästhetik, 2. Semester)
PS 2st, Blockveranstaltung 25-27. Mai/22.-24. Juni/6.-7. Juli

François Delsarte (1811–1871) wird in Lee Strasbergs berühmtem Text "Definition of Acting" für die Encyclopedia Britannica als der erste genannt, der die "routine acting techniques" seiner Zeit in Frage gestellt habe. Die Lehrveranstaltung skizziert die Voraussetzungen im Schauspielerberuf zu Anfang des 19. Jahrhunderts und die Erneuerungsbestrebungen, mit denen Delsarte begonnen hat und die von Konstantin Stanislawski fortgeführt wurden. Als Technik, die den Schauspielern und Regisseuren genaue Regeln vorgibt, war Delsartes Methode lange Zeit attraktiv und noch in der frühen Filmgeschichte aktuell.
Literatur: Franck Waille (Hg.), Trois décennies de recherche européenne sur François Delsarte, Paris: Harmattan 2011. Nancy Lee Chalfa Ruyter (Hg.) Essays on François Delsarte, (= Mime Journal 2004/2005), Claremont (CA) 2005. Elena Randi (Hg.): François Delsarte: Le Leggi del teatro, Rom: Bulzoni 1993.
Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 20 beschränkt., Einschreibung in Listen in der ersten Semesterwoche, GW1 2.18



40653
Szymanski
Programmheft I

(Programmheft / Rezension, 2. Semester)
Ü 2st, Do 10-12

Zu jeder Theaterinszenierung gehört ein Programmheft. Dieses fungiert als Vermittler zwischen der Inszenierung und ihrem Publikum. In dieser Übung soll der Frage nachgegangen werden, was bei der Erstellung von Programmheften beachtet werden sollte. Behandelt werden somit Aufbau und inhaltliche, aber auch grafische Gestaltung von Programmheften.
Im Rahmen der Übung werden die Teilnehmer eigene Programmheftentwürfe erstellen.
Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 20 beschränkt. Anmeldung erfolgt über die Einschreibung in Listen in der ersten Semesterwoche. GW1 2.18

40654
Szymanski
Programmheft II

(Programmheft / Rezension, 2. Semester)
Ü 2st, Do 12-14

Siehe 40653



40655
Ernst
Postdramatik und Performance Kunst

(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von InszenierungenII, 4. Semester; Darstellendes Spiel)
PS 2st, Di 16-18

Das Seminar führt ein in die Analyse von Postdramatik und Performance Kunst. Im postdramatischen Theater, welches sich grob mit Arbeiten von René Pollesch, Rimini Protokoll, Gob Squad, She She Pop, Jan Lauwers/Needcompany, Roberto Castelluci/Societas Raffaelo Sanzio umreißen lässt, ist der Theatertext nur mehr eine Ebene der Inszenierung, die gleichberechtigt neben einer musikalischen und audiovisuellen Textur steht. Noch einen Schritt weiter geht die Performance Kunst, die häufig theaterferne Räume und Darstellungsformen der bildenden Kunst zum Ausgangspunkt für szenische Aktionen nimmt. Wenn aber der Theatertext den Inszenierungstext nur noch marginal bestimmt, so ist zu fragen, wie man diese Inszenierungen analysiert. Im Seminar werden daher an ausgesuchten Beispielen verschiedene Analysemethoden (Semiotik, Bewegungsanalyse, Bildanalyse) besprochen und in eigenen Texten erarbeitet. Das Lehrmaterial wird auf der e-learning Plattform bereitgestellt.
Zur Vorbereitung ist zu lesen: Erika Fischer-Lichte: Thesen zur Aufführung, Philip Auslander: Exzerpt aus "Liveness. Performance in a mediatized culture", Peggy Phelan: Exzerpt aus "Unmarked. The Politics of Performance." Ab sofort im e-learning Passwort-frei zu erhalten! Anmeldung bitte per e-mail mit kurzer Beschreibung der Motivation auf Basis der Vorbereitungstexte bis 15. April an w.ernst@uni-bayreuth.de



40656
Thurner
"Die flämische Welle" – Zeitgenössischer Tanz aus Belgien

(Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester) siehe Nr. 40712
PS 2st, Vortermin: 25.05., Blockveranstaltung 13.06.-15.06. Einschreibung in Liste GW1 Raum .2.18 bis 15.02.

Die Belgier kamen, erregten Aufsehen und siegten. Flämische Produktionen eroberten internationale Theater- und Tanzbühnen sowie Festivals (post-)dramatisch im Sturm, und sie sind von dort seit den 1980er Jahren nicht mehr wegzudenken. Man spricht von der "flämischen Welle", die auch vor Spartengrenzen nicht halt macht. Im Bereich des zeitgenössischen Tanzes und Theaters hat der geographisch kleine Raum Flandern somit unverhältnismässig viele international berühmt gewordene Künstler/innen hervorgebracht. Jan Fabre, Anne Teresa de Keersmaeker, Wim Vandekeybus, Meg Stuart, Alain Platel, Jan Lauwers, Sidi Larbi Cherkaoui oder Thomas Hauert sind nur einige Namen, die international für die stilbildenden bis avantgardistischen Bühnenkünste aus Belgien stehen.
In diesem Seminar geht es darum, die belgische Tanz- und Theaterszene exemplarisch kennenzulernen, ihre Ästhetiken zu analysieren, zu vergleichen und ihre Bedeutung auch theoretisch im weiteren Kontext des zeitgenössischen/postdramatischen Tanz- und Theaterschaffens zu diskutieren. Dies soll anhand von ausgewählten Beispielen sowie über theoretische Texte zum Thema geschehen. Dabei ist ausserdem zu fragen, weshalb diese "Welle" überhaupt entstanden ist, wie/ob sie sich über die Werke oder auch über bestimmte förderpolitische Strukturen, über Kreationsbedingungen und Distributionsverfahren, über ‚Schulen' oder über andere künstlerisch-biographische Traditionslinien erklären lässt.
Ein Reader mit ausgewählten Texten wird zu Beginn der Veranstaltung bereitstehen.
Literatur (Auswahl):
Jan, Erwin; Opsomer, Geert (Hg.): Entgrenzungen. Theater in Flandern und in den Niederlanden. o.O. 1993.
Kästner, Irmela; Ruisinger, Tina: Meg Stuart / Anne Teresa de Keersmaeker. München 2007.
Laermans, Rudi: When an oeuvre is more than the sum of its parts. A miniature cultural sociology of the flemish performing arts in 2003. In: http://www.sarma.be/text.asp?class=1553, 17.8.2010.
Lanz, Isabelle; Verstockt, Katie: Zeitgenössischer Tanz in den Niederlanden und in Flandern. Rekkem 2004.
Lehmann, Hans-Thies: Postdramatisches Theater. Frankfurt a. M. 1999.
Vlaams Theater Instituut (Hg.): Canaries in the coal mine. Master Plan for Dance in Flanders and Brussels. http://en.vti.be, 6.5.2010.



40657
Ernst
Drama and the Flemish Theatre

(Theater im institutionellen Kontext, 4. Semester)
PS 2st, Blockveranstaltung in Kooperation mit der LSE-London (in Englisch)

This seminar suggests looking at the institutional setting of experimental theatre in Belgium in the late 80ies and early 90ies in contrast to the German subsidized theatre. In exploring different mechanisms of funding, the course aims to provide an intercultural model for performance analysis including financial and juridical frameworks. Looking at the Flemish/German co-production of 'Schlachten!' by Tom Lanoye and Luk Perceval, students will learn, how this framework determines both the dramatic script as well as the performance of the actors in this version of Shakespeares 'War of the Roses'. This seminar is part of the LSE-language week. Students are encouraged to take advantages of this unique programme. Also, there is ample room left to visit theatre performances and join the backstage tour at London's National Theatre.



40659
Mungen
Institutionen und Sparten des staatlich subventionierten Theaters in Deutschland [Exkursion nach Nürnberg]
(Theater im institutionellen Kontext, 4. Semester, 2. Semester Darstellendes Spiel)
PS 2st, Mi 10-12

Keine Region oder kein Staat weltweit kann auf eine ähnliche Dichte an öffentlich subventionierten Theatern zurückgreifen wie Deutschland. Das Theatersystem im deutschsprachigen Raum ist qualitativ und quantitativ als singulär einzustufen. Charakteristisch für dieses System ist die Institution des Stadt- bzw. Staatstheaters, das in vielen Fällen die gesamte Bandbreite der Gattungen versucht abzudecken. Dies spiegelt sich im System der Sparten der Theater, die in der Regel zwischen Musik-, Sprech- und Tanztheater unterschieden werden und der gelegentlich weitere hinzutreten können wie Kinder- oder/und Jugendtheater oder (selten) Puppentheater, wider. Das Seminar untersucht das Verhältnis von Institutionellen Bedingungen und künstlerischem Output. Wovon hängen die Spielpläne ab? Welche Sparten leistet sich eine Stadt welcher Größenordnung? Wie gehen die Theater und Geldgeber mit Theaterballungen in Metropolen bzw. Großräumen wie Berlin, München, Rhein/Ruhr oder Rhein/Main um? Exemplarisch können die Theater der Region – d.h. z.B. Hof, Nürnberg, Coburg – als Anschauungsmodelle dienen, die Bedeutung der Institution mit Theaterleitung, Verwaltung und künstlerischem Personal, zu analysieren (Mit eintägiger Exkursion nach Nürnberg). Bitte melden Sie sich bis 15. April an fimt.thurnau@uni-bayreuth.de




Betzwieser / Ernst/ Mungen
Methoden und Diskurse der Theater- und Musikwissenschaft
(Kolloquium)
Koll 3st, Di 18.30-21.00, S 122 und n. V., siehe Nr. 40716



40870
Kade
Praxis Dramaturgie: Spielplangestaltung und konzeptionelle Arbeit

(Zusätzliches Lehrangebot BA Theater und Medien, BA Musiktheaterwissenschaft, Darstellendes Spiel)
Blockveranstaltung 30. 06./01. 07. und 14./15. 07.

Ein wesentlicher Teil der Arbeit eines Dramaturgen ist die Konzeptionierung und Realisierung des Spielplans. Dabei spielen künstlerische und inhaltliche Erwägungen ebenso eine Rolle wie ökonomische und ensemblepolitische. Zu verhandelbaren Anteilen. Im Seminar werden wir zunächst die Rolle des Dramaturgen in der heutigen Theaterpraxis reflektieren, um uns anschließend mit Notwendigkeiten und Potenzialen der Spielplangestaltung auseinanderzusetzen. Im zweiten Teil des Seminars werden wir dann den Spielplan für ein Beispieltheater entwickeln.
Lektüreempfehlung: Klaus Zehelein/Anke Roeder (Hg.): Die Kunst der Dramaturgie, Henschel Verlag, 2011
Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 20 beschränkt. Einschreibung in Listen in der ersten Semesterwoche. GW1 2.18



40871
Wagner
Neue Ästhetiken im Figurentheater

(Zusätzliches Lehrangebot BA Theater und Medien, BA Musiktheaterwissenschaft, Darstellendes Spiel) Anrechenbar für Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester im BA Theater und Medien
Blockveranstaltung 17. – 20. 05., Exkursion zur Fidena Bochum

Das Figurentheater stellt durch seine darstellerische Grundkonstellation zwischen Puppenspieler, Schauspieler und materiellem Figurenobjekt einen Sonderfall dar gegenüber einem auf Rollenverkörperung und schauspielerischer Identifikation basierenden Sprechtheater. Während nun das traditionelle Puppentheater versuchte, sich dem Schauspiel möglichst anzunähern und den Objektstatus seiner Bühnenfiguren zu verschleiern, so ist es Kennzeichen zeitgenössischer Figurenästhetik, gerade die Bruchstellen und Differenzen zum ‚Menschentheater' im Darstellungsprozess produktiv offen zu legen. Neue Produktionen von Figurentheater öffnen sich verstärkt den Bereichen Performance-Kunst, Medientheater und Tanztheater. Charakterisiert sind sie durch einen spezifischen Umgang mit Objekten und Materialitäten, die immer das konzeptuelle Zentrum bilden. Dadurch stellt sich für das Figurentheater eine besondere performative Situation her, in welcher die Theaterpuppen/ die Theaterobjekte zwischen theatralem Spiel und bildnerischer Gestaltung oszillieren. Das Seminar wird anhand zeitgenössischer Figurentheaterproduktionen die Kennzeichen neuer Ästhetiken im Zeichen der ‚Bruchstellen' von Darstellung und einer produktiven Selbstreflexion des Mediums ‚Puppenspiel' herausarbeiten.
Literatur: Brendenal, Silvia (Hg.): Animation fremder Körper. Berlin 2000.
Wagner, Meike: Nähte am Puppenkörper. Der mediale Blick und die Körperentwürfe des Theaters. Bielefeld 2003. Verbindliche Anmeldung (begrenzte Teilnehmerzahl) bis 15.April an w.ernst@uni-bayreuth.de



40872
Just
Italienisch für Musiktheaterwissenschaftler

PS 2st, Mi 14-16


Wintersemester 2011/12


Ernst
Das Chorprinzip im Theater der Antike, der Aufklärung und der Moderne
V 2st, Mo 14-16, GW1 H26

Diese einführende Vorlesung zielt darauf ab, den Chor als ein zentrales dramaturgisches Modell in seiner Funktion und Geschichte vorzustellen. Im antiken Theater verstand man unter einem Chor traditionell jene Gruppe der Darbietenden, die in Gesängen und Tänzen den gleichnamigen Platz im antiken Theater füllten. Mit der Herauslösung des Protagonisten aus dem Chor wird diese Gruppe aufgespalten und seit dem lassen sich zumindest drei Aspekte des Chorischen im Theater ausmachen: Der Chor hat 1.) eine eigene Ästhetik, die sich besonders in Qualitäten der Bewegung und des Musischen äussert. Sie entfaltet sich im Tanz und im Musiktheater und wirkt von dort auf das Theater des Dramas zurück. Das Chorprinzip verweist 2.) auf eine besondere Repräsentationsleistung, indem der Chor - hörbar und sichtbar - Gemeinschaft zur Aufführung bringen kann. Damit verknüpft stellt der Chor 3.) eine besondere Form der Figuration dar, welche die im westlichen Theater dominante individualisierte Bühnenfigur und damit das Modell der Subjektkonstitution kritisch begleitet. Die Debatten um die Möglichkeiten des antiken Chors werden um 18. Jahrhundert und in der Moderne jeweils in ganz verschiedener Weise aufgenommen. Diese Bezüge gilt es heraus zu stellen - auch in Hinblick auf eine deutliche ‚Renaissance’ des Chorprinzips (Chorkörper) im zeitgenössischen Theater.


Beck/Schneider/Sturm
Tutorium zur Vorlesung
Das Chorprinzip im Theater der Antike, der Aufklärung und der Moderne
(1. Semester)
Ü 2 st, NEU! Mo 20-22

Steiert
Szenische Realisation
(3. Semester)
V 2st, Fr 10-12, Angewandte Informatik H34

In der Vorlesung werden ausgewählte Stationen der Inszenierungs- und Aufführungspraxis des europäischen Theaters behandelt. Den Ausgangspunkt bilden dabei die Theaterreformbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts, deren unterschiedliche Zielrichtungen in dem Begriff der „Retheatralisierung“ ihren gemeinsamen Nenner finden. Der damit artikulierte Rückbezug auf vergangene Epochen der Theatergeschichte strukturiert die exemplarische Auseinandersetzung mit verschiedenen historischen Modellen des Theatermachens.

Literatur im Semesterapparat.

Ernst
Einführung in die Theaterwissenschaft
(BA Theater und Medien, 1. Semester; Zusatzstudiengang Darstellendes Spiel)
Ü 4st, Di 16-20, S 122

Die Veranstaltung bietet eine Einführung in das Fach Theaterwissenschaft. Es werden die systematischen und analytischen Grundlagen der Disziplin vorgestellt und gemeinsam erarbeitet. Auf Basis ausgesuchter Theorietexte und Poetiken (Pfister, Brecht, Artaud, Goffmann, Schechner, Münz) werden die einzelnen Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft exemplarisch behandelt und miteinander in Beziehung gesetzt.  Eine annotierte Literaturliste sowie ein elektronischer Reader werden zu Beginn des Semesters auf der e-learning Plattform bereitgestellt.

Szymanski
Einführung in die Theaterwissenschaft
(BA Theater und Medien, 1. Semester)
Ü 4st, Do 10-14, GW1, H 26

Szymanski
Einführung in die Theaterwissenschaft
(BA Theater und Medien, 1. Semester)
Ü 4st, Do 16-20, GW1, H 26

Niethammer
Einführung in die Theaterwissenschaft
entfällt!

Niethammer
Schreiben und Präsentieren
(BA Theater und Medien, 1. Semester)
Ü 4st,  siehe Aushang

Steiert
Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen I
(3. Semester)
Ü 2st, Di 16-18, NW1 H 9

In der Veranstaltung werden die Mittel des Theaters sowie Quellen und Dokumente zur Aufführungsgeschichte in ihrer Bedeutung für die Analyse der historischen und aktuellen Inszenierungspraxis untersucht. Die Analyse verschiedener Textsorten hinsichtlich ihres szenischen Potentials, die Beschäftigung mit bühnentechnischen Errungenschaften und ihrem Einfluss auf die Inszenierungspraxis sowie die Auseinandersetzung mit dem Darsteller sind einige der zentralen Arbeitsfelder.

Ernst
Ästhetik nach Brecht und Benjamin
(Theatertheorie, 5. Semester)
HS 2st, Mo 16-18, H 26

Mit Bertolt Brecht und Walter Benjamin sind zwei Vertreter der ästhetischen Reflexion des Theaters und des Films aufgerufen, die immer wieder als Stichwortgeber für die Analyse des zeitgenössischen Theaters bemüht werden. Bekannt sind vielleicht der Verfremdungseffekt von Brecht oder die Überlegungen zum Verfall der Aura. Aber wie liest man die Texte von Brecht und Benjamin und welche Ästhetik zeichnet sich in der Lektüre ab? Dieses Seminar bietet Raum und Gelegenheit, sich aktiv in der Lektüre ästhetischer Essayistik zu üben und Bezüge zur Ästhetik des zeitgenössischen Theaters her zu stellen. Zur Einführung ist vorzubereiten W. Mittenzwei: Das Leben des B.B. oder der Umgang mit den Welträtseln. 2 Bde, Ffm 1989 und S.Kramer: W.B. zur Einführung. Hamburg 2003. Bitte melden Sie sich mit kurzem Motivationsschreiben bis 15.10. an unter w.ernst@uni-bayreuth.de

Berger
Theorie und Praxis des absurden Theaters in Frankreich
(Theatertheorie, 5. Semester)

PS 2st, Di 10-12, NW II S 74

Mit dem absurden Theater der Nachkriegszeit verabschiedet sich die französische Bühne endgültig von der klassischen Dramaturgie. Als einer der wichtigsten Vertreter dieser Bewegung zerstört Ionesco traditionelle Handlungsstrukturen und Konflikte, entleert Subjekte, lässt Individuen als austauschbar, ihre Sprache als sinnlos erscheinen. Wir werden anhand eines Dossiers sowohl theoretische Texte des absurden Theaters als auch mit „Rhinocéros“  das bekannteste Stück des Dramatikers Ionesco diskutieren.

Textausgaben:
Ionesco: Rhinocéros (folio)
Ionesco: Die Nashörner (dtv)

Forschungsliteratur:

Fischer-Lichte, Erika: Semiotik des Theaters. 3 Bde. Tübingen 2007.

Pfister, Manfred: Das Drama. München 1997.  

Matzke
British Drama II: 1960s to the Present

(Theatertheorie, 5. Semester)

PS 2st., Di 12-14

This course provides an introduction to major British dramatists and plays from the the late 1950s to the present. We will look at texts and contexts, and trace patterns of development in British theatre over a period of sixty years. Where available, we will also study productions or (film) adaptations of these plays.

The following plays will be considered:

Shelagh Delaney, A Taste of Honey (1959)

Tom Stoppard, Rosencrantz and Guildenstern are Dead (1968)

Peter Shaffer, Equus (1973)

Caryl Churchil, Top Girls (1982)

Meera Syal, My Sister Wife (1992)

Sarah Kane, Blasted (1995)

Roy Williams, Sing Yer Heart Out for the Lads (2002)

Oladipo Agboluaje, The Christ of Coldharbour Lane (2007)

Ernst/Steiert
Theaterkunst: Theorie und Praxis. Expose und dramaturgische Mappe
(5. Semester)
Ü 2st, Mi 10-12, S 120

Im Seminar werden Konzepte und Arbeitstechniken für laufende Abschlussprojekte im BA Theater und Medien besprochen.

Wenig
Zungenreden. Sprache, Sprechen und Regie.
Ü 2st, Blockveranstaltung Theaterraum, 8. - 11.12 und 15. - 18.12.

In diesem Seminar machen wir uns auf die Suche nach Sprachen, die noch nicht theatral genutzt und abgenutzt sind. Die These ist, dass interessante Sprachen existieren, die an den Rändern von Standardsprache, Bühnensprache, etablierten Dramatikersprachen liegen. Diese Sprachen an den Rändern sind zumeist gesprochene Sprachen. Wofür werden diese nicht standardisierten Sprachen gebraucht? Nur für Kleinkunst, Alltagssachen, die Liebe? Oder auch für Theater/Performance? Was passiert, wenn diese Sprachen auf Theater/Performance treffen? Das Seminar gibt die Möglichkeit, sich praktisch mit diesen Fragen auseinander zusetzten. Am Ende des Seminars ist eine Aufführung geplant

Wachter
Übung: Körper- und Tanztechnik
Theaterraum: Blockveranstaltung: 13-15.1. / 27-29.1. / 3-5.2.

Der zeitgenössische Tanz bedient sich heute keiner „reinen“ Tanzform mehr, sondern mischt verschiedenste Elemente. Diese Elemente kommen u.a. aus Yoga, Feldenkrais, Ballett, Jazzdance, Kampfsport, Akrobatik, Sprechtheater und ganz persönlichen Bewegungssprachen der Choreographen.

Der Workshop gibt eine Einführung in Techniken und „Tools“ des zeitgenössischen Tanzes.

Das beinhaltet feste Schritt-/Bewegungsfolgen, mit denen verschiedene Aspekte der Tanztechnik erfahrbar gemacht und geübt werden, aber auch spielerische Übungen zu Körperbewusstsein, Wahrnehmung, Improvisation und Choreographie.

Aus welchen Quellen und über welche Hilfsmittel generiert der Tanz sein Bewegungsmaterial?

Welche räumlichen und zeitlichen Manipulationsmittel können angewendet werden?

Wie ergibt sich ein Übergang vom Konkreten zum Abstrakten und umgekehrt?

Ernst
Kolloquium für Examenskandidaten

(5. Semester)

Ü 2st, Di 20-22, S 122

Sommersemester 2011

Ars acustica – Audio Art – Klangkunst

V 2st, Di 18-20, Raum siehe Aushang

Die Ringvorlesung setzt sich mit den vielfältigen Spielarten von Musik im Kontext elektronischer Speichermedien auseinander. Die Vorlesung versucht einerseits die historischen Entwicklungslinien im 20. Jahrhundert nachzuzeichnen, wie andererseits die aktuellen Strömungen des neuen Jahrhunderts zu diskutieren."

Zeitgenössisches Regietheater

(Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester; Darstellendes Spiel, 2 Semester)

PS 2st, Di 14-16, S 121

Das Seminar führt ein in die Analyse des zeitgenössischen Regietheaters. Seit den 60er Jahren weist der Begriff des „Regietheaters“ gleichsam auf einen Wandel der Ästhetik und der Produktionsbedingungen vornehmlich im Bereich des Sprechtheaters hin. Dem Regisseur kommt nicht mehr nur die Rolle des Erfinders von Theaterwelten zu, wie sie seit Max Reinhardt oder Jacques Copeau Theater verbürgt ist. Regisseure wie Klaus Michael Grüber, Patrick Steckel oder Peter Stein verstehen sich zugleich als kritische Anwälte des Theatertextes, die zwischen Werktreue und Aktualisierung, zwischen politisch-gesellschaftlicher Indienstnahme und Kunstautonomie vermitteln. Im zeitgenössischen Regietheater, welches sich grob mit Arbeiten von René Pollesch, Rimini Protokoll, Gob Squad, She She Pop, Sebastian Nübling, Andreas Kriegenburg, Alexis Hermanis oder Johann Simons umreißen lässt, ist der Theatertext nur mehr eine Ebene der Inszenierung, die gleichberechtigt neben einer musikalischen und audiovisuellen Textur steht. Wenn aber der Theatertext den Inszenierungstext nur noch marginal bestimmt, so ist zu fragen, wie man diese Inszenierungen analysiert. Im Seminar werden daher an ausgesuchten Beispielen verschiedene Analysemethoden (Semiotik, Bewegungsanalyse, Bildanalyse) besprochen und in eigenen Texten erarbeitet. Das Lehrmaterial wird auf der e-learning Plattform bereitgestellt.

Zur Vorbereitung ist zu lesen: Eintrag „Inszenierung“, in: Erika Fischer-Lichte et al. (Hg.): Metzler Lexikon Theatertheorie. Stuttgart, Weimar: Metzler, 2005; Jörg W. Gronius, Wend Kässens: Theatermacher. Frankfurt a.M.: Hain, 1990.

Anmeldung bitte per e-mail mit kurzer Beschreibung der Motivation und etwaiger Vorkenntnisse an w.ernst@uni-bayreuth.de

Grundlagen der Schauspiel- und Tanzästhetik

(Theatergeschichte und –ästhetik, 2. Semester)

Ernst/Niethammer

PS 2st, Mo 16-18, S 120/122

In diesem Seminar werden die Grundlagen der Schauspiel- und Tanzästhetik behandelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Aspekt der Verkörperung. Wie bestimmen Techniken der Verkörperung die ästhetische Anmutung der dargestellten Figuren? Bewusst ist dabei der Grenzbereich von Sprechtheater und Tanz gewählt: Die Gestik und Mimik der Schauspielers/Tänzers nämlich soll im Zentrum stehen, der häufig dominant gesetzt dramatische Text und die Aussage rücken in den Hintergrund. An ausgesuchten Bild- und Textbeispielen werden die etablierten Körperschulen, Bewegungssysteme und Spielweisen von Dalcroze über Delsarte, Laban, Stanislawski, Brecht bis hin zum armen Theater Grotowskis vermittelt. Mit ‚Verkörperung’ ist also ein wichtiges Element zum Verständnis der Theatergeschichte im 20. Jahrhundert und des zeitgenössischen Theaters berührt. Das Lehrmaterial wird auf der e-learning Plattform bereitgestellt. Zur Vorbereitung ist zu lesen: Einträge „Körperlichkeit“ und „Verkörperung“, in: Erika Fischer-Lichte et al. (Hg.): Metzler Lexikon Theatertheorie. Stuttgart, Weimar: Metzler, 2005 sowie Ulrich Linse: „Das ‚natürliche’ Leben: Die Lebensreform.“ In: Richard von Dülmen (Hg.): Erfindung des Menschen. Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 1998, 435-456.

Methoden der Analyse von Musik und Performance

Kolloquium (Schloss Thurnau) [zusammen mit Prof. Dr. Thomas Betzwieser, Prof. Dr. Anno Mungen]

Das Kolloquium zum Master- und Promotionsstudiengang „Musik und Performance“ findet als Blockseminar im Forschungsinstitut für Musiktheater in Thurnau statt. Neben Methodendiskussionen widmet sich das Kolloquium einzelnen thematischen Bereichen, die es festzulegen gilt, sowie den Projekten der TeilnehmerInnen selbst.

Musik, Musiktheater und Theaterwissenschaft

Mi 18.30-20 (und n.V.) (S 124) Kolloquium diverse Studiengänge (BAs, Magister) [zusammen mit Prof. Dr. Thomas Betzwieser, Prof. Dr. Anno Mungen]

Unter dem Stichwort „Erprobungen“ sollen Einzelaspekte des musik- und musiktheaterwissenschaftlichen Arbeitens auch ggf. unter Beteiligung von Gästen von unterschiedlicher Seite beleuchtet werden. Inhaltliche Fragestellungen aus dem Bereich des Musiktheaters sowie methodische Überlegungen zur Medien- und Gattungsanalyse stehen zwar im Mittelpunkt des Kolloquiums, sollen aber anders gelagerte Themenbereiche keineswegs ausschließen. Das Kolloquium versteht sich als offenes wissenschaftliches Forum, in dem vor allem Bacherlorarbeiten, Bachelorprojekte und Magisterarbeiten zur Diskussion stehen. Für Studierende, die Examensarbeiten (BA, Magister) vorbereiten, die von einem der Seminarleiter betreut werden, ist das Kolloquium verpflichtend.


Wintersemester 2010/2011

Datenräume

(Hauptseminar BA Musiktheaterwissenschaft, BA Theater und Medien)HS 2st., Mi 18-20 Uhr

Mit elektronischen Schreibverfahren und dem Internet ist ein neuer Typus des Raumes entstanden: der Datenraum.

Darunter werden Räume verstanden, die es ermöglichen, digitale daten zu visualisieren und interaktiv zu ergehen. Im Gegensatz zum linearen Aufzeichnungsverfahren von Buch und Zeitung zeichnen sich Datenräume dadurch aus, dass sie ein vernetztes Lesen ermöglichen und bekannte Narrative einen Medienwechsel erfahren. Dieser Aspekt wird gesteigert durch die szenische Anordnung der Daten und durch die Rückwirkung des Leseaktes auf das Geschriebene. Datenräume machen hier vor allem in den szenischen Künsten, der bildenden Kunst, der experimentellen Literatur und Computerspielen Gebrauch von der performativen Dimension des Lesens und Schreibens.

Im Seminar sollen verschiedene Typen des Datenraumes vorgestellt werden und die Verfahren des Lesens und Schreibens näher untersucht werden. An der Schnittstelle von Literatur und Theater sind dabei insbesondere Fragen der Choreografie von Schrift, der Schriftbildlichkeit und der Inszenierung des Lesers von Interesse.

Zur Vorbereitung: Raum Wissen Macht. Hg. von Rudolf Maresch und Nils Werber. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2002

Anmeldung mit einem kurzen Motivationsschreiben bis zu 15. September an w.ernst@uni-bayreuth.de oder martin.huber@uni-bayreuth.de

Bauformen des Dramas

V, 2 st., Mi 10-12 Uhr1. und 3. Semester BA Theater und Medien, BA Musiktheater, EF Darstellendes Spiel.

Die Vorlesung führt in wichtige Epochen der Dramengeschichte ein. An ausgewählten Beispielen, die jeweils von Sitzung zu Sitzung gelesen werden müssen, werden die formalen Elemente dramatischer Texte erarbeitet: Figurenkonstellation, Dialog- und Monologformen, die Funktion der Regieanweisungen, das zu Grunde liegende Theater- und Raumkonzept (Architektur/Zuschaueranordnung) etc.  Die Vorlesung ist gezielt als Einführungs- und Überblicksveranstaltung angelegt. Eine ausführliche Literaturliste und die zu behandelnden Dramen werden zu Beginn des Semesters im e-learning Portal bereitgestellt.

Festivaldramaturgie/Programmheft

Ü 2 st., 3 Sem. BA Musiktheater

Die Übung dient der Konzeption und Organisation eines studentischen Theaterfestivals mit dem Schwerpunkt Performance und experimentelles Musiktheater. Ziel der Übung ist es, ein Konzeptpapier/Call for Entries und einen Finanzierungsplant für ein Festival zu erstellen.

Einführung in die Theaterwissenschaft

4 st., Di 14-18 Uhr

1. Sem. BA Theater und Medien und EF Darstellendes Spiel

Die Veranstaltung bietet eine Einführung in das Fach Theaterwissenschaft. Es werden die systematischen und analytischen Grundlagen der Disziplin vorgestellt und gemeinsam erarbeitet. Auf Basis ausgesuchter Theorietexte und Poetiken (Pfister, Brecht, Artaud, Goffmann, Schechner, Münz) werden die einzelnen Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft exemplarisch behandelt und miteinander in Beziehung gesetzt. Eine annotierte Literaturliste sowie ein elektronischer Reader werden zu Beginn des Semesters auf der e-learning Plattform bereitgestellt.

Kolloqium (zus. mit Prof. Betzwieser)

(Promotion, alle Semester)2 st., Di 18:30 - 20:00 Uhr und in Thurnau n.V.

Das Kolloquium zum Master- und Promotionsstudiengang "Musik und Performance" findet für Masterstudenten regemäßig Dienstags statt, zusätzlich für Promotionsstudenten und Masterstudenten gibt es ein Blockseminar im Forschungsinstitut für Musiktheater in Thurnau. Neben der Methodendiskussion widmet sich das Kolloquium einzelnen thematischen Bereichen, die es festzulegen gilt, sowie den Projekten der Teilnehmer selbst.

Theaterexkursion nach München

21.10 - 26.10.2011

BA Theater und Medien, BA Musiktheaterwissenschaft

Die Exkursion bietet einen Überblick über wichtige Institutionen, Regiestile und Sparten des zeitgenössischen Theaters und Musiktheaters. Auf dem Programm stehen u.a. der Besuch des internationalen Festivals DANCE 2010 mit Arbeiten von Richard Siegal, Stefan Dreher, Janez Jansa, Lecavelier/Charnock, Aufführungsgespräche und ein Symposion zur Piraterie und geistigem Eigentum. Weiterhin werden Sprechtheaterbühnen wie die Kammerspiele München und das Residenztheater München besucht, u.a. mit Arbeiten von Alvis Hermanis, Armin Petras und Dieter Dorn, ferner die Traviata und Rusalka-Inszenierungen an der Bayrischen Staatsoper  besucht.

Anmeldung bis 20.7. in Raum 2.18 (Di-Do 12-13 Uhr)

Das verpflichtende Vorbereitungstreffen findet am Dienstag, 19.10., 20.00 Uhr statt (Ort wird bekannt gegeben).


Sommersemester 2010

40650 Subjektkonstitution im bürgerlichen Theater

(Klassiker der Theaterästhetik, 2. Semester)

V 2st, Do 10-12, H 13 (Autrum – Hörsaal)

Das im Theater Subjekte vor den Augen der Zuschauer entstehen, ist wohl eine der grundlegenden Leistungen des westlichen Theaters. Dabei haben wir es mit ganz unterschiedlichen Subjektbegriffen zu tun, die den jeweiligen Theaterepochen zu Grunde liegen. Entsprechend lassen sich divergierende ästhetische Konkretisierungen aufzeigen.

Die Vorlesung geht der Geschichte und der aktuellen Relevanz der Subjektkonstitution an Hand ausgesuchter Beispiele nach. Ausgehend vom Theater des 18. Jahrhundert wird ein Bogen über die psychologische Deutung der Figurendarstellung im 19. Jahrhundert zur hin zu den medialen Dramaturgien des 20. Jahrhunderts zu schlagen sein. Dabei werden verschiedene historische und ästhetische Facetten der Theaterästhetik aufgezeigt. Sie reichen vom Subjekt als Herr seiner Affekte bei Lessing/Ekhof über die politischen Subjektkonzepte bei Schiller bis zur Figuration des postmodernen Subjekts im Theater des späten 20. Jahrhunderts. Die Vorlesung dient der (gedanklichen) Vorbereitung für die Teilnahme am Kongreß der Gesellschaft für Theaterwissenschaft „Theater und Subjektkonstitution“ vom 28. - 31.10.2010 in Mainz.

Zur Vorbereitung der Vorlesung ist lesen:

Jens Roselt: „Einführung.“ In: Ders.: Seelen mit Methode. Schauspieltheorien vom Barock bis zum postdramatsichen Theater. Berlin: Alexander Verlag, 2005.

40655 Text als Landschaft. Heiner Müllers Theaterkonzeption.

(möglich als Grundbegriffe und Methoden der Analyse von Inszenierungen II, 4. Semester)

PS 2st, Mi 10-12, S 121

Heiner Müller (1929-1995) gehört zweifelsohne zu den einflussreichsten deutschsprachigen Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Sein Werk wurde und wird von zahlreichen namhaften Theatermachern etwa Robert Wilson, Heiner Goebbels oder El Periferico de Objetos inszeniert, teilweise auch adaptiert als Vorlage für Hörstücke, Tanzabende und für das Objekttheater. Man kann mit einigem Recht Müllers Oevre und seine Wirkung bis weit in die Szene des postdramatischen Theaters verfolgen.

Die Wirkung der Müllerschen Theaterkonzeption soll ausgehend von der genauen Lektüre ausgewählter Texte in Hinblick auf verschiedene Aufführungen analysiert werden. Müllers Konzept, demnach ein dramatischer ‘Text als eine Landschaft’ zu betrachten sei, wird dabei leitend sein. Das Konzept ‘Text als Landschaft’ sieht vor, dem Theater nicht mehr Texte zu anzudienen, die die Realität dramatisch abbilden und Sinn vermitteln. Damit aber stellt sich die Frage, wie sich der Leser und Zuschauer in diesem Text bewegt, d.h. ihn liest, in Szene setzt und in der Rezeption jeweils aktualisiert.

Als Vorbereitung soll gelesen werden: Heiner Müller: Krieg ohne Schlacht. Leben in zwei Diktaturen. Köln: Kiepenheuer und Witsch 1992. 

Anmeldung erfolgt per eMail bis zum 18. April 2010 an w.ernst@uni-bayreuth.de. Diese Anmeldung muss neben persönlichen Daten Angaben  zum Studiengang und Semesterzahl, sowie eine kurze Darlegung des besonderen Interesses enthalten. 

40704 Müller sprechen.

(Dramaturgische Praxis, 2. Semester)

S 2st, Di 14-16, Theaterraum

In der Übung werden szenische Verfahren und Konzepte vorgestellt, erprobt und reflektiert, mit denen sich Texte von Heiner Müller sprechen lassen. Im Vordergrund steht die die materielle und dramaturgische Qualität der Texte. Nach welchen Prinzipien lassen sich die Texte strukturieren? Welche Schwerpunkte, welche Zugangsweisen zeichnen sich ab? Wie geht man insbesondere mit ihrer lautlich-klanglichen Dimension um?

Ziel dieser Veranstaltung ist die schrifliche und szenische Erarbeitung einzelner Texstpassagen, die in einer abschließenden Präsentation vorgestellt und diskutiert werden sollen.

Vorraussetzung zur Teilnahme ist der regelmäßige Besuch des Seminars „Heiner Müller. Text als Landschaft“ und die Erarbeitung eines dramaturgischen Text/Sprechkonzeptes.

40753  Kolloqium (zus. mit Prof. Mungen, Prof. Betzwieser)

(Promotion, alles Semester) Thurnau. n.V.

Das Kolloquium zum Master- und Promotionsstudiengang „Musik und PerformanceŖ findet als Blockseminar im Forschungsinstitut für Musiktheater in Thurnau statt. Neben Methodendiskussionen widmet sich das Kolloquium einzelnen thematischen Bereichen, die es festzulegen gilt, sowie den Projekten der TeilnehmerInnen selbst.


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