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Digitale Oper

Opernhäuser nutzen zunehmend digitale Medien, um mittels Streaming, live-Übertragungen und sozialer und interaktiver Medien ihr Publikum zu erreichen. Die Entwicklung hin zum Opernhaus als Marke und zur Kultur als Produkt wird von Verfechtern des deutschsprachigen Ensemble- und Repertoirebetriebs naturgemäß kritisch gesehen. Die Abgrenzungsbewegungen sind deutlich: Das Ensemble- und Repertoiresystem genießt seit 2014 den Schutz als immaterielles UNESCO-Kulturgut und die laufenden TTIP-Verhandlungen heizen die Debatte darüber an, wie die öffentlich geförderten Opernhäuser in der internationalen Konkurrenz bestehen können. Zwischen Tendenzen der Musealisierung und der Aktualisierung des Opernbetriebs untersucht dieses Projekt Funktionsweisen und Phänomene der digitalen Opernproduktion und -rezeption. Bewirkt die digitale Oper und die damit einhergehende institutionelle Dramaturgie einen graduellen Wandel der Dramaturgie – von der Betonung des präsentischen Geschehens hin zu medialen Vermittlung und zum medialen Event? Zu Beantwortung dieser Frage werden die digitalen Strategien ausgewählter Opernhäuser im Bereich Streaming und soziale Medien sowie deren Auswirkung in konkreten Aufführungs- und Interaktionssituationen erforscht. Das Projekt ist in der Theaterwissenschaft Bayreuth mit seinen deutlichen Schwerpunkten ‚Musiktheater’ und ‚Performance’ angesiedelt und leistet aus phänomenologisch-aufführungsanalytischer Perspektive einen fundamentale Beitrag zur interdisziplinären Opernforschung, die neben der traditionell zuständigen Musik- und Literaturwissenschaft, inzwischen auch die Philosophie, die Medienwissenschaft und die Kulturökonomie umfasst.

Publikationen und Vorträge

Vortrag Die Aufführung als Produkt (Musikhochschule Köln)

Institutionelle Dramaturgie und digitale Oper.  In: Die Musikforschung. (2016) Heft 4 . - S. 380-392.  


Professur für Theaterwissenschaft Prof. Dr.Wolf Dieter Ernst · Impressum